Die Antwort der Steine / Das Suiseki-Poesiealbum des Herbert Ullrich by Juergen Wisckow

Fotografie für einen Künstler

Als treuer Kunde begleitet mich Herbert Ullrich durch mein fotografisches Tun.
Mit faszinierenden Ideen und Deutungen der Fundstücke aus dem Rhein überrascht er den Betrachter immer wieder auf's Neue!
Hier meine klitzekleine Auswahl aus seinem unerschöpflichen Fundus!

Empfehlenswert für “Steine-Liebhaber” ist der Bildband Gefundene Steine - Gefundener Sinn von Herbert Ullrich und Jürgen Wisckow, ISBN 978 3 8030 3327 7.

 

Baustellenfotografie & Baudokumentation - das "Making of" der Baubranche by Juergen Wisckow

Architekten, Bauträger und Handwerker in Hoch- und Tiefbau erschaffen Objekte auf technisch hohem Niveau und mit erheblichem Kapitaleinsatz - Brücken, Villen, Produktionshallen, Hotels, Kunst ... vergessen aber in aller Hektik oft, den Entstehungsprozess und das Endergebnis in ästhetischen Bildern festzuhalten.
Dabei würden Sie bei der Verhandlung fürs nächste Projekt wunderbar davon profitieren.

Auch in der Baubranche und im Handwerk wird über Beziehungen und Referenzobjekte verkauft. Schaut man sich die Websites und Broschüren mancher Firmen in der Baubranche an, mag man das aber kaum glauben.

Es werden immer noch Millionen in interessante Objekte investiert und das Endergebnis oder spannende Abschnitte, die das Können und die Expertise zeigen, werden gar nicht - oder mit dem Smartphone in miserabler Qualität fotografiert. Fürs Objekt und die Liebe und Energie, die man hineingesteckt hat fast eine Beleidigung. Das geschieht oft unbewusst, weil permanent unter Zeitdruck und mit dem Kopf schon beim nächsten Projekt.

Wir plädieren für ein "Making of"

Wir raten Ihnen bei spannenden Projekten einen professionellen Fotografen hinzuzuziehen, der ihr Objekt und den Entstehungsprozess von seiner besten Seite festhält. Damit können Sie später ihre Referenzen und ihr Knowhow bei potenziellen Kunden präsentieren und sich besser verkaufen.  
Heben Sie sich von ihren Mitbewerbern ab!

Möglichkeiten professioneller Baufotografie & Baudokumentation

Fix installierte Kameras für Baudokumentation/Zeitrafferfilme
Einsatz einer oder mehrerer Baukameras an fixen Positionen. Die Kameras können in festgelegten Zeitabständen automatisch Bilder machen. Eine Variation besteht darin, eine Livecam oder Wettercam einzubinden - über die man eben zusätzlich live am Baufortschritt teilnimmt. Diese Variante kann dem Auftraggeber auch als visuelle Überwachung dienen. 

Klassische Fotografie / Video während des Bauprozesses
Will man höherwertiges Material und möchte man z.B. technische schwierige Schritte oder sein Knowhow zeigen, können wir gerne vor Ort sein, um dies festzuhalten.
Hochwertiges Bildmaterial kann dann auch fürs Marketing verwendet werden.

Fotografie nach Bauabschluss
Das ist der Klassiker, denn das fertige Objekt dient vielen als Referenz.
Gönnen Sie dem Objekt hier etwas mehr Liebe und etwas Zeit. Lassen Sie Gras über die Sache wachsen, warten Sie bis Gerüste, Müllhaufen, Sandhaufen, Kranen beiseite geschafft wurden und präsentieren Sie ihr Objekt im besten Licht.

Sonderformen mit Mehrwert - Panoramen, Gigapixelbilder
Wenn Sie mehr wollen nutzen Sie das, was in der Hotel-und Tourismusbranche schon lange der Standard ist: Beispielsweise steuerbare Panoramen, die miteinander verknüpft sind und über die man Räume virtuell begehen kann oder Gigapixel Bilder um von großen Objekten in kleinste Details zoomen zu können.

Gerne beraten wir Sie bei Ihrem nächsten Projekt!
 

Freisteller und Sachaufnahmen / Werbefotografie by Juergen Wisckow

Produktfotografie wird in vielen Fällen als sogenannter Freisteller ausgeführt, einem der "Klassiker" der Studiofotografie.
In diesem Beitrag zeigen wir deutlich, dass Freisteller nicht nur “kleine” sondern auch sehr grosse Objekte sein können!
Neben der exakten Beleuchtung und Perspektive ist eine spezielle Lichtführung in Bezug auf die Trennung vom Hintergrund Voraussetzung. Während dies im Fotostudio durch die passende Abstimmung von Objekt zu Hintergrund gelingt, kann on location oft nicht auf diese Parameter Einfluss genommen werden. Hier greift der Fotograf gerne auf längere Brennweiten und / oder eine grössere Blendenöffnung zurück.

In jedem Fall wird jedoch das Objekt nach der Aufnahme mit hochwertigen und präzisen Freistellpfaden vom Hintergrund getrennt. Dadurch erhalten wir die Möglichkeit, das Produkt auf vielfältige Weise im Layout zu platzieren.

Durch unsere Erfahrung in perfekter Lichtführung und beim Erstellen von Freistellpfaden garantieren wir eine rationelle und kostengünstige Produktion auch grosser Serien!

 


 

Perfekte Sachfotografie vor Ort - Internationale Spielwarenmesse in Nürnberg by Juergen Wisckow

Zu einer kleinen Leistungsschau wird jedes Jahr die Fotostrecke des Eisenbahn-Kurier Verlags auf der Internationalen Spielwarenmesse - sowohl für die Hersteller aus aller Welt als auch für mich!

Es gilt, während der Messe innerhalb 2,5 Tagen ca. 200 der wichtigsten Neuheiten in perfekter Qualität zu fotografieren und noch am letzten Tag der Messe im fertig gedruckten Sonderheft an Besucher und Aussteller auszuliefern.
Hier also einige der schönsten und "grössten" Neuheiten der letzten Messen.

Dampflokomotiven in China / Reise- und Industriefotografie by Juergen Wisckow

Eine Fotoreise in die Provinz Xinjiang / China nutzte ich für ein ganz persönliches Projekt: Dampflokomotiven im schweren Einsatz vor Erzzügen in der Inneren Mongolei!

Was zu Zeiten des "Wirtschaftswunders" auch in Deutschland noch alltäglich war, ist im 21. Jahrhundert nur unter einigen Mühen erlebbar:
Die Reise führte mich über Peking, einen weiteren Inlandsflug über gut 3000 km und eine anschließende neunstündige Autofahrt in eines der wenigen Tagebaugebiete Nordwest-Chinas, in dem noch beeindruckende Einsätze von Dampflokomotiven vor schweren Kohle-Zügen zu verzeichnen sind.

Hier also eine kleine Foto-Strecke: Dampflokomotiven bei bis zu minus 20 Grad - im Januar eine vergleichsweise milde Temperatur für den Nordwesten Chinas!

Mingalaba - eine Reise nach Myanmar by Juergen Wisckow

Myanmar - eine Welt der Tempel, Pagoden und Klöster!
Einige Eindrücke von meiner Reise in ein Land voller Überraschungen ...

Freundliche Menschen, unberührte Natur, Reisfelder, goldene Stupas, Ochsenkarren, tobender Verkehr in den aufstrebenden Metropolen, farbenfrohe Märkte und eine tiefe Gläubigkeit begegnen dem Besucher hier auf Schritt und Tritt!
Für den Eisenbahn Enthusiasten ein Muss: Reisen mit der Eisenbahn und öffentlichen Verkehrsmitteln.
Auch und gerade deshalb, weil der Standard nicht dem europäischen entspricht!

Eine kleine Auswahl aus 4500 Fotos, alle mit sehr reduziertem Reise-Equipment geschossen. Sicher nicht meine letzte Tour als Landschaftsfotograf nach Asien in diesem Jahr …

Reportagefotografie: Menschen und Maschinen in China by Juergen Wisckow

Bei meinen letzten China-Reisen entstanden außer hunderten von Lokomotiven-Fotos im Umfeld des Tagebaus auch Portraits und Motive zum Thema "Mensch und Maschine".
In den Industriestädten der Provinzen Liaoning, Gansu und Xinjiang kann man noch die Technik der industriellen Blütezeit erleben, wenn auch vom Niedergang gezeichnet.
Fotografisch reizte mich dabei die Schwarzweißumsetzung. Einige der Aufnahmen will ich hier zeigen.

Chinas letzte Dampflokomotiven by Juergen Wisckow

Schon viel wurde über dieses Thema geschrieben, für mich war es immer ein Bericht aus einer anderen, fremden und unerreichbaren Welt. Vom Jingpeng Pass war da die Rede, vom Lokomotivbau in Datong und vom Einsatz zahlreicher Dampfloks in altertümlich anmutenden Stahlwerken. All das habe ich nicht mehr erleben dürfen, erst 2014 war mir der erste Besuch in Chinas letzten Dampf Eldorados möglich. Inzwischen plane ich die vierte intensive China Reise in den frostigen Winter der inneren Mongolei.
Text: Jürgen Wisckow / Bilder: Jürgen Wisckow

Während die erste Fototour in den Nordosten Chinas führte und die letzten dampfgeführten Personenzüge um Diaobingshan zum Ziel hatte, wurde später ausgiebig der Dampfbetrieb in Fuxin mit der beeindruckenden Szenerie der Kohleminen verewigt. Neben Förderturm und Abraumhalde gibt es aber auch andere fotogene Motive, das alltägliche Leben in einem fremden Kulturkreis zeigt hier die Welt in einem neuen Licht. Nur der speziell auf Erholung und "all inclusive" geeichte Urlauber geht dabei leer aus.
Neben Fuxin gab es weitere lohnende Destinationen: Pingzhuang, Baiyin, Diaobingshan, Yuanbaoshan waren die in den letzten Jahren meist besuchten Orte. Inzwischen hat keiner mehr nennenswerten Dampfbetrieb aufzuweisen - vorbei, dem Fortschritt geopfert.
Wer heute einen allerletzten Blick auf hart arbeitende Dampfloks im regulären Güterzugdienst auf Normalspurgleisen werfen will, der sollte sich also beeilen! Als einzig verbliebenes Ziel für den Eisenbahnfan und Industriearchäologen verbleibt nur noch das im äußersten Nordwesten gelegene Gebiet der Kohlezechen um Sandaoling.
Aber was für ein Schauspiel bietet sich hier:
... ich sitze am Rand des Canyons und blicke in die Tiefe, unter mir tobt in voller Kraftentfaltung ein stählerner Zeuge der industriellen Revolution mit einer Schlange voll beladener Kohlewagons ans Licht der dunstverhangenen Sonne...
So poetisch angehaucht kann ich beschreiben, was sich dort im letzten Winkel Chinas täglich abspielt.
Hier, im äußersten Nordwesten Chinas, der autonomen uigurischen Provinz Xinjiang, sind noch Lok der Reihe JS (Jian She = Aufbau) im weltweit größten planmäßigen Einsatz, der vermutlich schon in einem Jahr Geschichte sein wird.
Während vor 20 Jahren in China über 4000, Anfang der 1980er sogar die für diese Zeit unvorstellbare Zahl von gut 10.000 Dampflokomotiven vor Güter- und Personenzügen eingesetzt waren, geht die Ära der Feuerdrachen hier und heute in der Kohlemine von Sandaoling spektakulär zu Ende.
Damals bildete die legendäre Baureihe QJ (Qian Jin = Fortschritt) das Rückgrat des staatlichen Eisenbahnverkehrs, heute ist die Reihe JS das fast einzig verbliebene Zugpferd im industriellen Einsatz: Mit der Achsfolge 1'D1', 23m Länge und über 2200 PS ziehen die für den Güterverkehr gebauten Maschinen, unter größter Anstrengung, Steinkohlezüge aus den Tagebaugruben. Im Glücksfall geschieht dies alle 15 Minuten, manchmal aber auch nur im 4-Stundentakt. Die unter Tage gewonnene Menge an Kohle bestimmt den Fahrplan. Das dabei stattfindende Schauspiel ist für jeden Eisenbahn- und Technik-Freak die lange Reise wert, obwohl doch von Beijing noch weitere gut 3000km Flug nach Hami (alternativ nach Urumqi) mit anschließender Autofahrt nötig sind, um ins letzte Dampflokparadies zu kommen.
Die Loks der Reihe JS, bis ins Jahr 1988 in der legendären Lokfabrik Datong gebaute Stahlrösser, zeigen hier in einem letzten Aufbäumen, was sie zu leisten in der Lage sind! Sensationelle Steigungs-Anfahrten sowohl am Tag als auch nachts entschädigen den Dampfeisenbahn-Enthusiasten für miese Unterkünfte und eine lungenschädigende Luft in unwirtlicher Gegend. Staub und Russ überall, Luft- und Gewässerverschmutzung, wahrlich keine Urlaubsregion, in die man sich hier begibt.
Was sich neben der technikgeschichtlichen Reise in vergangene Zeiten zeigt, das sind die sozialen und kulturellen Aspekte einer Nation im stetigen Wandel. China ist ein Land voller Gegensätze: Arbeitsbedingungen aus Zeiten der industriellen Revolution stehen hochtechnisierten Produktionsmethoden der digitalen Neuzeit gegenüber. Die Kluft zwischen einer Generation und der nächsten ist manchmal so groß wie zwischen Opa und Ur-Ur-Enkel.
China befindet sich seit vielen Jahren auf der Überholspur, es überholt sich geradezu selbst. Immer seltener werden die traditionellen Behausungen, die Hutongs, ganze Stadtteile aus standardisierten Hochhäusern schießen aus dem Boden. Hier die Betontrasse für den nagelneuen High Speed Train, dort die mit altertümlichen Dampflok betriebene Waldbahn. Hier die Zeichen massiver Umweltzerstörung, dort enorme finanzielle Investitionen in den Umweltschutz. Trotz abschreckender Beispiele rücksichtsloser Ausbeutung der Natur in den Medien: China setzt inzwischen auf erneuerbare Energien und will den Ruf als Schmutzfink loswerden.
Bald werde ich zu meiner nächsten (und letzten?) Fotoreise in das Land der Feuerdrachen aufbrechen, in die endlose Wüste der Provinz Xinjiang.

 

Reportage in Indien - Darjeeling by Juergen Wisckow

Ein interessanter Job brachte uns in diesem Monat nach West-Bengalen im Norden Indiens!

Unsere Reise begann in Kolkata ( bis 2001 “Kalkutta” ) mit den Eindrücken einer 5 Millionen Stadt im Osten Indiens. Dass das frühere Kalkutta übrigens nicht am Ganges sondern am Fluss Hugli liegt sei hier nur nebenbei erwähnt …
Wer dieses Land zum ersten Mal besucht, den werden Menschenmassen,  Verkehrsaufkommen und vor Allem die sozialen Aspekte verwirren. Um die Geschichte und die Eigenheiten des Landes auch nur zu akzeptieren bedarf es einer gehörigen Portion Mut und Gelassenheit. Die baldige Erkenntnis: Indien lässt sich ganz sicher nicht in einer einzigen Reise erfassen! Die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen laden ein, viel mehr Zeit in diesem faszinierenden Land zu verbringen.
Ein kurzer Inlandsflug nach Bagdogra und eine Busfahrt bringen uns zum eigentlichen Ziel, dem Anfangspunkt einer der außergewöhnlichsten Bahnstrecken der Welt.
"Die Fahrt im Gebirge beträgt vierzig Meilen und dauert acht Stunden. Sie sollte eine ganze Woche in Anspruch nehmen, weil sie so interessant, aufregend, wild und entzückend ist".
So Mark Twain zur Darjeeling Bahn 1897.

DHR - Darjeeling Himalayan Railway! Seit 1999 für "herausragende Ingenieursleistungen bei der bahntechnischen Erschliessung einer Gebirgslandschaft von großer Schönheit" als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet, erklimmt diese außergewöhnliche Bahn auf einer Strecke von 83 km von Siliguri bis Darjeeling auf 610mm Spurweite gut 2000 Höhenmeter.
Von Siliguri aus (121müM) arbeiten sich die kleinen B-Kuppler Loks britischer Herkunft mit der Hilfe von sechs Doppel-Spitzkehren und drei Loops in abenteuerlicher Fahrt auf eine maximale Höhe von 2257m in Ghoom, das damit den höchstgelegenen Bahnhof Indiens besitzt. Von dort geht es wieder bergab zum Endpunkt Darjeeling auf 2077m.ü.M.
Vor der Abfahrt unseres Zuges, in Indien liebevoll "Toy Train" genannt, steht ein Kurzbesuch des kleinen Depots in Siliguri an. Wir treffen dort zahlreiche Bahnbedienstete, mit und ohne Uniform, Lokpersonale, Kohlenträger, vier Dampfloks, davon zwei unter Dampf, zwei Dieselloks. Auch Ziegen und Hühner erwarten uns in und um den zweiständigen Lokunterstand. Die Bekohlung der Dampfloks wird durch Menschenkraft erledigt, drei junge, kräftige Männer tragen den Brennstoff in Bastkörben auf dem Kopf zur Lok, wo ein weiterer die massiven Brocken im Tender aufschichtet.
Nachdem unsere Lok 795 mit allen Vorräten ausgerüstet ist, drückt sie ihren kurzen Zug aus zwei blauen 4-achsigen Personenwagen nach Siliguri Junction. Dort beginnt die Fahrt und führt zunächst durch flaches Land mit Teeplantagen um bereits nach zehn Kilometern stetig anzusteigen, dem bengalischen Bergland entgegen.
Der Betrieb der DHR wird durch unzählige, allesamt unbeschränkte Bahnübergänge erschwert, für den sicherheitsbewussten Durchschnittseuropäer zunächst ein irritierender Umstand, fordert doch die kleine Lok mit ihrem putzig erscheinenden blauen Personenzüglein stetig zu waghalsigen Überholmanövern heraus: Wer erreicht die nächste Straßenkreuzung als Erster, Zug oder Straßenfahrzeug? Und wer behält die Nerven wenn es dabei mal "eng" wird? Zur Beruhigung: angeblich gab es auf der im Juli 1881 fertiggestellten Bahn noch nie einen schweren Unfall!
Kaum wird das Flachland verlassen und die Steigung beginnt, zeigen die Satteltank-Loks mit nicht geahnter Geräuschentwicklung was sie können. Zwischen 1889 und 1927 gebaut, bringen diese Maschinen ein Gewicht von höchstens 14 Tonnen auf das Schmalspurgleis. Das erklärt, warum nahezu während der gesamten Fahrt die beiden “Sandmännchen” vorne auf der Lok sind. Bei maximaler Steigung muss immer wieder gesandet werden um ein Schleudern zu verhindern. Weitere wichtige Aufgabe ist es, andere, gegebenenfalls uneinsichtige Verkehrsteilnehmer von den Gleisen zu verweisen.
Erst seit Kurzem ist der Streckenabschnitt zwischen Tindharia und Kurseong wieder befahrbar, ein grosser Erdrutsch 2010 sowie ein weiterer im Jahr 2012 hatten Gleis und Straße in die Tiefe gerissen! Die Wunden in der Berglandschaft sind noch deutlich sichtbar.
Eine Besonderheit der DHR sind die sechs Zig-Zags, doppelte Spitzkehren, in denen der Zug enorm an Höhe gewinnt. Die Lok schiebt dabei ihre Wagen in eine kurze aber heftige Steigung zurück um dann über eine zweite Weiche wieder ihrem Ziel entgegen zu streben. Der Überlieferung zufolge soll die Ehefrau eines britischen Eisenbahningenieurs diese spezielle Art der Streckenführung erfunden haben. Ebenso spektakulär sind die drei Loops, Kehrschleifen mit mindestens 360 Grad. Der Batasia Loop wird zur Hauptreisezeit von Händlern für gute Geschäfte genutzt, die Gleise sind solange "belagert" bis ein Zug kommt und notgedrungen Platz gemacht werden muss.
Kleine Depots, die Lokomotiven und Wagen beherbergen, gibt es neben Siliguri und Darjeeling auch in Tindharia und Kurseong. In Tindharia betreibt die DHR den einzigen Workshop der Strecke, in dem die 14 verbliebenen B-Kuppler unterhalten werden. Die Werkstatt verfügt u.a. über eine Gießerei und baut sogar Rahmen oder Kessel für die betagten, ursprünglich olivgrün und später ziegelrot lackierten Maschinen. Heute fahren sie in einem schmucken Blau. Während die DHR ursprünglich für den Gütertransport erbaut wurde um den weltberühmten Darjeeling Tee vom Hochland in alle Welt sowie hitzegeplagte Urlauber in die kühleren Bergregionen zu bringen, dient die Bahn heute zu einem Großteil touristischen Zwecken. Dampf-Charterzüge zu höheren Kosten für Touristen und Steam Enthusiasts fahren zusätzlich zu den mit Dieselloks betriebenen Zügen, die hauptsächlich von Einheimischen genutzt werden. Die atemberaubende landschaftliche Kulisse sowie der Status als Weltkulturerbe bewirken einen stetigen touristischen Aufschwung der sich bahntechnisch in regelmäßig verkehrenden Sonderzügen namens "Red Panda" oder "Jungle Safari" zeigt.
Was jeder Besucher von Darjeeling sich wünscht: Vom Tiger Hill aus den Sonnenaufgang erleben! Den dritthöchsten Berg der Erde (8586m), den Kanchenjunga sehen! Dafür quälen sich Kolonnen von Landrovern zum berühmten Aussichtspunkt. Hunderte Menschen erwarten geduldig die ersten Sonnenstrahlen und lassen sich auch die Laune nicht verderben wenn sowohl Sonne als auch Himalaya hinter Wolken versteckt bleiben.
Darjeeling, einst ein kleines Bergdorf, ist bekannt sowohl als Ausgangspunkt für Himalaya-Touren wie auch als Garant für feinsten indischen Tee und war zu Kolonialzeiten ein beliebter Erholungsort englischer Herrschaften. Auch heute noch schätzen Inder aus Kolkata oder Dehli das kühle Bergklima. Der Ort Darjeeling wuchs innerhalb weniger Jahre von einem Bergdorf zu einer mittleren Kleinstadt die inzwischen Umweltprobleme durch den massiv wachsenden Kfz-Verkehr hat.
Da es keine Möglichkeiten gibt, die Straßen dem Verkehrsaufkommen anzupassen bleibt den Einwohnern nur, sich mit Geduld und Nachsicht durch schmale Gassen zu quälen. Eng vorbei an Wohnhäusern, Klöstern, Werkstätten und Läden geht es durch die Dörfer und Städte bergauf.
Immer wieder beeindruckend ist die Akzeptanz, die jeder Verkehrsteilnehmer den anderen entgegen bringt! Oft bleiben nur wenige Zentimeter zwischen Zug und Jeep, Kuh, Rikscha oder Marktstand. Und wieder ist hier Gelassenheit ein Muss!